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Süßwasserperlen

Süßwasserperlen können oft nicht mit dem schimmernden Glanz aufwarten, der ihre Verwandten aus dem Salzwasser auszeichnet. Allerdings entstehen sie in einer Vielfalt von Formen und Farben und sind deutlich günstiger im Preis, weshalb sie ausgesprochen beliebt sind. Süßwasserperlen sind auch robust und widerstehen Absplitterungen, Abnutzung und zeigen weniger Gebrauchsspuren.

Süßwasserperlen unterscheiden sich von anderen Zuchtperlen dadurch, dass sie nicht mit einem Kern versehen werden. Statt dessen wird nur ein kleiner Schnitt im Gewebe vorgenommen, in den ein Gewebeteilchen einer anderen Auster eingesetzt wird. Dieser Vorgang wird bis zu 25 Mal an jeder Hälfte der Auster vorgenommen, so dass bis zu 50 Perlen entstehen können. Die Muscheln werden dann zurück in ihren Lebensraum im Süßwasser gesetzt und zwischen 2 und 6 Jahren gehegt und gepflegt. Die fertigen Perlen bestehen aus solidem Perlmutt, sind aber nur selten rund, da kein Kern eingepflanzt wurde, der die Form beeinflussen konnte.

In den letzten Jahren konnten die Chinesen die Kunst der Süßwasserperlenzucht auf ein neues Niveau bringen. Seit ungefähr 10 Jahren ist die Qualität der gezüchteten Perlen so hoch, dass die Top-Qualitäten einiger Ernten kaum von den Verwandten aus dem Salzwasser zu unterscheiden sind. Seitdem steigt das Interesse an Süßwasserperlen als bezahlbare Alternative zu den teureren Salzwasserperlen wieder an.

Die Japaner können ebenfalls auf eine bedeutende Geschichte der Süßwasserperlenzucht zurück blicken. Der Biwa-See war einmal weltbekannt für die Produktion qualitativ hochwertiger Süßwasserperlen. Mitte der 70er Jahre fand diese Ära ein Ende. Der Biwa-See, einst das Synonym der Süßwasserperlenzucht, wurde ein Opfer der Umweltverschmutzung. Heute versuchen die japanischen Perlenfarmer neue Wege in der Süßwasserperlenzucht zu gehen. Sie nutzen eine Muschelkreuzung (Hyriopsis Schlegeli anadonata/plicata hybrid Muschel), in die ein Kern eingepflanzt wird. Die Perlen daraus sind recht groß und einzigartig. Da hohe Preise verlangt werden, bleiben sie aber wohl eine Nische für Perlenliebhaber und Sammler.

Süßwasserperlen im Vergleich mit Akoya Perlen Süßwasserperlen und Akoya Perlen, die beide echte Perlen sind, unterscheiden sich erheblich in Wert und Aufbau. Die drei wichtigsten Unterschiede liegen im Zuchtprozess, dem Kern und in der Form.

Süßwasserperlen werden mit Gewebe bekernt, während Akoya-Perlen mit einem Kügelchen zum Wachstum angeregt werden. Anstatt eine winzige Perlmuttperle und zusätzlich ein Gewebeteilchen in das Mantelgewebe einer Süßwassermuschel einzusetzen (wie bei der Akoya Perle), wird nur ein Gewebeteilchen genutzt, das in das Fleisch der Süßwassermuschel eingepflanzt wird. Das Resultat ist eine Perle, die aus solidem Perlmutt besteht, während das Gewebeteilchen sich auflöst oder ausgestoßen wird.

Obwohl geerntete Süßwasserperlen aus solidem Perlmutt bestehen, während Akoya Perlen vielleicht nur einen 0.5mm dicken Permuttmantel um einen Kern haben, sind die Akoya-Perlen dennoch wertvoller. Dies mag merkwürdig erscheinen, aber wenn wir das Gesamtbild betrachten, wird sich ein anderer Wertbegriff formen.

Süßwasserperlen werden im Mantelgewebe der Muschel gezüchtet, das sich auf jeder Hälfte der Auster befindet. Die Fläche des Gewebes ist viel größer als das Mantelgewebe einer Akoya Auster. Daher können bis zu 25 Implantate auf jeder Seite vorgenommen werden, also bis zu 50 pro Muschel. Eine Akoya Auster dagegen kann maximal 5 Implantate in ihrem Mantelgewebe verarbeiten, wird aber nur sehr selten mit mehr als 2 Kernen bestückt. Bei der Ernte können aus einer Süßwassermuschel dann bis zu 50 Perlen entnommen werden, während die Akoya-Muschel maximal 2 produziert.

Süßwassermuscheln sind auch viel leichter anzubauen. Ihre Sterberate ist deutlich niedriger, als die der mit Kernen bestückten Akoya-Austern. Außerdem werden Süßwassermuscheln viel seltener Opfer von Naturkatastrophen, wie Taifunen und Flutwellen, die Akoya-Perlenfarmen plagen.

Fast immer fallen Akoya Perlen ästhetisch schöner aus als Süßwasserperlen. Sie sind dafür bekannt, wirklich rund zu sein (ein seltenes Attribut für Süßwasserperlen) und haben typischerweise einen helleren Schimmer und prachtvolleren Glanz.

Während der letzten 10 Jahre jedoch, ist es chinesischen Süßwasser-Perlenfarmen gelungen, die Qualität ihrer Ernten enorm zu steigern. Heute ist es möglich, eine ganze Kette von Süßwasserperlen zu finden, die sich mit der Qualität von Akoya-Perlen vergleichen kann. Obwohl der Preis immer noch um einiges niedriger ist, stellen diese Perlen einen beachtlichen Wert dar, da sie aus solidem Perlmutt bestehen und wesentlich haltbarer sind.

Süßwasserperlen und Zuchtperlen Perlenkäufer fragen häufig, ob ein bestimmter Perlenstrang aus Süßwasserperlen oder aus Zuchtperlen besteht. Diese Frage kann nicht exakt beantwortet werden, da Süßwasserperlen eigentlich Zuchtperlen sind. Der Grund, weshalb so viele Perlenkäufer Zuchtperlen und Süßwasserperlen unterscheiden, ist, dass der Begriff “Zuchtperle” so häufig verwendet wird, um auf Akoya-Perlen hinzuweisen. Dies zu wissen ist wichtig beim Perlenkauf, da ein Verkäufer von Süßwasserperlen seine Ware durchaus “Zuchtperle” nennen kann. Für eine bewusste Kaufentscheidung ist es hilfreich, den Ursprung der Zuchtperlen zu kennen, da ein Strang aus Süßwasserperlen niemals so wertvoll sein wird, wie ein Strang Akoya Perlen in vergleichbarer Qualität.

29.8.08 12:51, kommentieren